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Intelligenter Stromverbrauch für optimale Nutzung der Produktionskapazitäten

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Der überraschend rasche Ausbau der Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen stellt Stromversorger und Netzbetreiber vor neue Herausforderungen. Früher konnten sie die produzierte Strommenge allein nach der verbrauchten Menge richten, dessen Tages- Wochen- und Jahresrhythmus abgesehen von kurzfristigen Spitzenlasten vorausgesagt werden konnte. Seit aber immer mehr Solar- und Windstrom in die Netze eingespeist wird, muss mit dem Wetter ein weiterer Unsicherheitsfaktor in die Berechnung der benötigten Kapazität einbezogen werden. So speisen Windräder für privat und Photovoltaik-Zellen an einem windstillen Winterabend kaum Strom ins Netz ein; bei stürmischem Wind in Norddeutschland produzieren Windparks hingegen einen bedeutenden Anteil des in Deutschland benötigten Stromes, zu dessen Abnahme die Netzbetreiber seit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz vom April 2000 verpflichtet sind. So werden seit einigen Jahren zunehmend Anstrengungen unternommen, den Stromverbrauch so zu steuern, dass Spitzenlasten verteilt und überschüssige Stromkapazitäten genutzt werden können.

Die Batterien von Elektroautos und -fahrrädern könnten zu dezentralen Speichereinheiten von Elektrizität werden, wenn sie an intelligenten Steckdosen angeschlossen werden. Ihr Betrieb würde für ihre Besitzer dadurch billiger und Produktionsspitzen beispielsweise von Windstrom würden dadurch verwertet. Allerdings fehlen hierfür zurzeit noch die entsprechenden intelligenten Ladestationen; auch würde es eine gewisse Einschränkung der Nutzbarkeit der Elektrofahrzeuge bedeuten, wenn sie nicht zu jeder Zeit geladen werden könnten.

In Deutschland müssen seit Januar 2010 alle neu erbauten und sanierten Gebäude mit intelligenten Strom- und Gaszählern ausgerüstet werden. Dies soll es künftig möglich machen, Verbrauchern Tarife zu bieten, bei denen berücksichtigt wird, zu welcher Tageszeit der Strom verbraucht wird. So könnten Konsumenten ihre Wasch- und Spülmaschinen dann einschalten, wenn der Strom besonders billig ist. Verbraucher würden dadurch Geld sparen und die Kapazitäten der Stromversorger wären gleichmäßiger ausgelastet. Verbraucherschützer äußern allerdings Bedenken, wenn es um intelligente Zähler geht. Die ständige Übermittlung des aktuellen Strom- und Gasverbrauchs der Kunden bringt Stromversorger in den Besitz kundenspezifischer Daten, welche sehr konkrete Rückschlüsse auf die Privatsphäre der Verbraucher zulassen. Aus den Verbrauchsdaten ließe sich beispielsweise herauslesen, wann ein Kunde zu Hause ist, wann er aufsteht und duscht, und wann er kocht oder den Computer einschaltet.

Ein weiteres Beispiel für intelligente Steuerung des Stromverbrauches ist ein Projekt von Toronto Hydro. Der Stromversorger der kanadischen Metropole installierte 2007 ferngesteuerte Schalter in den Klimaanlagen von 40.000 Verbrauchern. Dies ermöglicht nicht nur die “sanfte” Steuerung des Verbrauchs über Preisanreize, sonder einen sehr schnellen und direkten Eingriff in den Stromverbrauch der Stadt. Zu Spitzenzeiten und in Notfällen kann der Versorger so einen Teil der Klimaanlagen – oder selbst alle Geräte – abschalten, und so eine Stromknappheit verhindern. Laut der Firma kann der Stromverbrauch in Toronto damit vom Versorger selbst um 40MW gesenkt werden, sollte ein Produktionsengpass dies nötig machen. Diese Lösung ist jedoch stark vom Einverständnis der Kunden abhängig.

Image: © electriceye – Fotolia.com

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