Barmen

Im Gegensatz zu anderen Stadtteilen Wuppertals, ist über die frühe Besiedlungsphase Barmens nicht sehr viel bekannt. Anscheinend entwickelte sich Barmen nicht aus einem festen Ortskern, sondern aus einer Anzahl verstreuter Höfe. Es wird berichtet, dass ein Verbund von Höfen in späteren Zeiten als “in den Barmen” bekannt war.
Eine erste urkundliche Erwähnung finden wir in den Büchern des Klosters Werden, welches an Barmen, um 1070, jährliche Abgaben entrichten musste. Im Jahre 1245 verkaufte der Graf von Ravensberg, der Eigentümer der Höfe war, diese an Graf Heinrich von Berg. Jener wurde aber aus Geldmangel gezwungen, die Hofschaften 1399 für ein paar Jahrzehnte an Kleve-Mark zu verpfänden.
Was man als relativ gesichert ansehen darf, ist dass Barmen die Zugehörigkeit zum Amt Beyenburg hatte.
Bis um 1400 lebten die Barmer hauptsächlich von der Landwirtschaft. Für die Grafen von Berg war Barmen aber in einer anderen Hinsicht interessant. Das Gebiet eignete sich hervorragend, um sich durch ein Wehr gegen die starke Grafschaft Mark abzugrenzen. In diesem Schutz konnten sich die Höfe frei entwickeln. Wie auch in Elberfeld, stellte Barmen auf die Textilindustrie um. Um das Jahr 1300 standen erste Garnbleichereien auf den Wupperwiesen. Im Jahre 1400 wird bereits eine Bleicherei urkundlich erwähnt.
Knapp 100 Jahre wurde der erste Bandwebstuhl im Tal aufgebaut, womit Spitzen für Brüssel hergestellt wurden. Der Durchbruch kam am 29.4.1527 mit der Verleihung des Garnnahrungsprivilegs. Ausgesprochen vom Landesherren Johann III. Im Schatten dieses Privilegs, welches bis 1810 Gültigkeit besaß, blühte die Industrie und der Handel in Barmen auf. Die Eisenverhüttung und die Schafzucht traten immer weiter in den Hintergrund.

Wie auch in Elberfeld, wurde Barmen in den Jahren 1581 und 1612-1619 nicht von der Pest verschont. Dies hinderte die Ortschaft aber nicht daran weiter zu wachsen. Es entstanden immer mehr Bleicherein, Färbereien sowie Garnverarbeitungsbetriebe. Dadurch konnte sich das Tal an die Spitze der Industriestädte setzen. Um diesen Status zu halten, benötigte man Technik, in der Form von Maschinen. So ist es nicht verwunderlich, dass 1794 die erste wasserbetriebene Baumwollspinnmaschine in Barmen zu finden war.
Durch die französische Landreform im Jahre 1808 sollte nun auch Barmen die lang ersehnten amtlichen Stadtrechte erlangen.
Die Stadt wuchs unaufhörlich weiter. Barmen stellte auf Gasbeleuchtung in den Straßen um. Zusätzlich hielt das Telefon Einzug. Im Jahre 1861 verzeichneten Elberfeld und Barmen die höchste Fabrikarbeiterdichte Deutschlands.
Barmen arbeitete nun an seiner Kultur. Das Barmer Stadttheater entstand im Jahre 1905, welches als Opernhaus diente. Nach seiner Zerstörung ließ man es an gleicher Stelle wieder erstehen. Das Opernhaus ist noch heute eine Sehenswürdigkeit für die Besucher.

Eine besondere Sehenswürdigkeit von Barmen existiert leider nicht mehr. Das Planetarium welches 1926 eröffnet wurde, erlag den Bombenangriffen des 2. Weltkriegs. Nach seiner Zerstörung wurde es leider abgerissen.
Ansonsten hatte Barmen im Krieg etwas mehr Glück als Elberfeld. Die Zerstörung war zwar auch gewaltig, doch blieb eine Menge alter Bausubstanz erhalten. Diesem Umstand ist es auch zu verdanken, dass wir in diesem Teil Wuppertals das schönste, restaurierte Fachwerkhaus bewundern können. Das Hofhaus Lütterkus-Heidt hat es der heimischen Denkmalpflege zu verdanken, heute als eines der bedeutendsten Baudenkmäler der Stadt zu gelten.
Doch nicht alles konnte gerettet werden. Die Barmer mussten sich mit Neubauten vertraut machen. Ein Beispiel dafür ist das WSW-Hochhaus, welches am Carnaperplatz in den Himmel ragt.
Wer sich mehr mit der Geschichte der Textilindustrie und der Entwicklung Barmens beschäftigen möchte, sollte nicht verpassen das Museum für Frühindustrialisierung zu besuchen. Dort findet man nicht nur Zeugnisse der vergangenen Epoche, sondern auch eine Ausstellung über das Leben und Werk Friedrich Engels.
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