Bergbahn
Der Textilfabrikant Max Albert Molineus, machte sich Gedanken darüber, wie man die Barmer Innenstadt, an die Barmer Anlagen verkehrstechnisch verbinden könnte.
Seine Idee eine Schienenverbindung herzustellen, stieß bei einigen Persönlichkeiten seiner Zeit auf großes Interesse. Daraus resultierte, dass man sich 1887 zur “Interessengemeinschaft Barmer Bergbahn” zusammenschloss.
Das Projekt nahm konkrete Züge an, was die Gründung der “Aktiengesellschaft Barmer Bergbahn” nach sich zog. Man wollte das klar umrissene Ziel verwirklichen, eine Bahn zu bauen, die zwischen Barmen und Toelleturm pendelt.
In den folgenden 2 Jahren wurden Angebote eingeholt, und 1892 der endgültige Zuschlag an die Firma Siemens & Halske erteilt. Sie sollte die erste elektrisch betriebene Zahnradbahn Deutschlands verwirklichen. Der besondere Reiz dieses Projektes lag in der Aufgabe, die Bahn zweigleisig, mit einer Stromversorgung über eine Oberleitung, anzulegen. Noch im selben Jahr erhielt die Aktiengesellschaft, nach ihrer Eintragung ins Handelsregister, die Konzession zur Betreibung der Anlage.
Nach Bauverzögerungen durch technische Veränderungen, konnte die erste Bahn den Bahnhof Barmen am 16. April 1894 um 6.27 Uhr verlassen. 14 Minuten später traf der mit 40 Personen besetzte Wagen, durch Böllerschüsse sowie Hurra-Rufe begleitet, am Zielbahnhof Toelleturm ein. Durch das Projekt schaffte man auch die Anbindung über Lichtscheid nach Ronsdorf. Im Jahre 1914 eröffneten die Verantwortlichen eine Zusatzstrecke, welche von Cronenberg über Kohlfurt nach Solingen führte.
Die Bürger profitierten in großem Maße an der Bergbahn. Arbeiter und Angestellte kamen nun schnell in ihre Betriebe, sowie in die Werkhallen des Ronsdorfer Raums. Ein schöner Nebeneffekt machte sich besonders am Wochenende bemerkbar. Die Bergbahn transportierte die Ausflügler direkt zum Planetarium, zur Barmer Stadthalle oder zum Cafe Menges, welches verkehrsgünstig am Bahnhof Toelleturm lag.
Um den reibungslosen Verkehr auf der Strecke zu gewährleisten, setzte die Gesellschaft 8 Wagen des Baujahrs 1893 mit einem Fassungsvermögen von 46 Personen ein. Im Jahr 1897 ergänzte man den Fuhrpark mit 4 so genannten Schülerwagen, die 20 Fahrgästen Platz boten.
Zum ersten Mal kam der Betrieb der Bergbahn am 30. Mai 1943 zum Erliegen. Die Bomben des Luftangriffs zerstörten nicht nur einen Teil des Schienenstrangs, sondern vernichteten 5 Wagen. Darunter waren auch 3 Schülerwagen des Fuhrparks. Der normale Verkehr konnte erst nach umfangreichen Reparaturen im Juni 1945 wieder aufgenommen werden.
7 Jahre später, im Jahr 1952, dachten die Wuppertaler Stadtwerke über eine Reform des öffentlichen Nahverkehrs nach. Erste Stilllegungspläne der Bergbahn zugunsten von Omnibussen wurden bekannt. Bedenken seitens der Stadt, sowie der Bürger, fruchteten nicht. Am 18. Februar 1954 beschloss die WSW den Betrieb der Bergbahn wegen zu hoher Investitionskosten in Gleisanlage und Fuhrpark einzustellen. Nach dem Umbau der Schienen sollte die Straßenbahnlinie 4 den Pendelverkehr übernehmen.
Proteste der Bürgervereine sowie der Stadt schafften es nicht die Pläne der WSW zu stoppen. Im Gegenteil, nach Jahren des Kampfes um die Erhaltung der Bergbahn folgte am 29. Oktober 1957 der endgültige Beschluss der Stadtwerke, den Betrieb der Bergbahn nebst Straßenbahn zugunsten einer Buslinie einzustellen.
Dem Rat der Stadt blieb nicht anderes übrig als dieser Entscheidung am 12. März 1958 zuzustimmen.
Die traurige Abschiedsfahrt fand am 5. Juli 1959 statt. Unter erheblichen Protesten rollte der letzte festliche geschmückte Wagen um 0.26 Uhr am Bahnhof Toelleturm ein.
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15. November 2009 um 10:30
Schade … es musste wirklich eine sehr schöne Bahn gewesen sein .
Ich wohne in Wuppertal seit über 20 Jahren und immerwieder wen ich im Barma anlagen Spazieren gehe, versuche ich mir das Vorzustellen wie es Damals ausgesehen müsste .
Eine wirklich fantastische Beitrag .
Danke!
15. November 2009 um 13:04
@czoczo,
Danke für das Lob zum Beitrag. Wenn ich ab und zu in Barmen bin, dann schaue ich genau wie Du den alten Streckenverlauf an. So richtig vorstellbar ist es für mich leider nicht mehr.