Hardt und Elisenturm

Die Hardtanlagen sind wohl jedem Wuppertaler ein Begriff. Hier wird alles für die Entspannung geboten. Angefangen von Konzerten und Aufführungen auf der Waldbühne, Grillen und Sonnenbaden auf den weitläufigen Rasenflächen, bis hin zum Botanischen Garten, wo die Besucher Flora und Fauna in ihrer vollen Pracht genießen können.

Ein besonderer Anziehungspunkt im Botanischen Garten ist der Elisenturm, der eingerahmt von zwei Teichen, den ältesten Aussichtsturm in Wuppertal darstellt. Nicht weit entfernt steht sein jüngerer Kollege, der Bismarckturm. Kinder kommen auf der Hardt natürlich auch auf ihre Kosten. Der 1963 angelegte Kinderspielplatz bietet alles was ein Kinderherz begehrt. Nach den Aktivitäten steht den Ausflüglern das bekannte Café Hardt zur Verfügung. Alle diese Attraktionen erstrecken sich über ein 2 km langes, sowie durchschnittlich 150 m breites Gelände, vom Loh bis zum Neuenteich.
Dieses ehemals dicht bewaldete Areal fand in der Vergangenheit jedoch eine gänzlich andere Verwendung. Unsere Ahnen schätzten die Hardt besonders als Steinbruch, Ziegenweide und später als Holzlieferant.

Besonders der Steinbruch bot viele Vorteile. Dort konnten sich die Bürger kostenlos mit Steinen versorgen, die sie als Baumaterial für Häuser sowie Wegbefestigungen benötigten. Heute hat die Waldbühne dort ihr Zuhause gefunden. Der reichhaltige Holzbestand diente ebenfalls als Baumaterial. Doch das Holz bot auch die Verwendung als Heizmittel. Die Rodung nahm derart überhand, dass die Hardt im Jahre 1800 ein fast kahler Hügel war. Doch einen besonderen Baum rührte niemand an. Es war der so genannte “Galgenbaum”, an dem die Todesurteile des nahe gelegenen Elberfelder Gerichtes vollstreckt wurden.

Damit kommen wir zu der Legende, die sich noch bis heute hält. Um 1870 soll der Räuberhauptmann Karl Biebighäuser nach Raubzügen im Bergischen in einer der Höhlen auf der Hardt seinen Unterschlupf gefunden haben. Tatsächlich ist eine Schiesserei der Polizei mit einer Gangsterbande in diesen Jahren dokumentiert. Doch die Höhlen, welche im 2. Weltkrieg als Luftschutzbunker gedient hatten, hielten noch weitere Überraschungen bereit. So fand man im Jahre 1980, 8 Stalagmiten und 12 Stalaktiten. Ein Jahr später machten Hobbyforscher einen makaberen Fund. In einer Höhle lag ein männliches Skelett ohne Kopf. Heute sind die Eingänge aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Das wir wieder die üppige Natur auf diesem Gebiet genießen dürfen, geht auf die Initiative eines Mannes zurück. Wir schreiben das Jahr 1807 als Johann Stephan Anton Diemel, welcher Dr. der Philosophie war, durch seine Stiftung die Anpflanzung neuer Bäume und das Anlegen von Spazierwegen ermöglichte.

Doch kommen wir noch einmal zum Elisenturm. Dieser befindet sich mitten im Botanischen Garten auf der Hardt. Der Stadtrat Engelbert Eller ließ 1838 auf dem Fundament einer alten Windmühle, aus dem Jahr 1812, den neuen Rundturm errichten. Nachdem der neue Bau mit einem Teleskop ausgerüstet wurde, nutzte man ihn als Sternwarte. Erst ungefähr 10 Jahre später war er der Öffentlichkeit als Aussichtsturm zugänglich. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts überschrieb die Witwe Eller die Anlage dem Roten Kreuz, die das Areal 1907 der Stadt verkaufte.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Elisenturm als Wohnraum zweckentfremdet, welches sich mit den Jahren wieder änderte, indem die VHS ihn wieder als Sternwarte einsetzte.
Anfang der sechziger Jahre musste der Turm wegen Baufälligkeit gesperrt werden. Die Renovierung lief von 1966 – 1972. Seitdem fungiert das Gebäude als Ausstellungsort, sowie Konferenzraum. Es ist aber auch möglich sich im Trausaal das Ja-Wort zu geben.

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5 Antworten zu “Hardt und Elisenturm”


    Steht der “Galgenbaum” noch oder wunder der nach dem man die Todesstrafe abgesetzt hat auch als Brenholz verwendet?
    Hard ist wirklich ein wunderschne “Fläck” in Wuppertal und von Jahr zu Jahr immer schöner


    klingt nach einen ziemlich geschichtsträchtigen ort


    Ich habe gerade extra nochmal bei einem Freund von mir nachgefragt, der sich noch besser auf der Hardt auskennt. Der Galgenbaum steht noch. Du findest ihn oberhalb des alten Steinbruchs (Waldbühne). :wink:


    @Teudorum,
    kann man sagen. Mir hat es der Elisenturm sehr angetan. :-)


    Klasse den muss ich sehen . DANKE!

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