Projekt 52: Deine Stadt

Gestern ist der Startschuss zum Projekt 52 gefallen. Das erste Thema “Deine Stadt” wurde ausgelost. Ein Thema was mir sehr entgegen kommt. Ich wußte sofort was für ein Foto ich präsentieren wollte.

Dazu muss ich mich jetzt leider outen. Ich persönlich empfinde Wuppertal als eine dreckige, nicht sehr lohnenswerte Stadt. Darum tue ich mich auch immer etwas schwer mit den euphorischen, bergischen Lokalpatrioten. Abgesehen von den Wald- und Naherholungsgebieten, und einigen historischen Gebäuden, finde ich nichts an Wuppertal was erwähnenswert wäre. (inc. Schwebebahn)

Darum war ich heute in der Unterführung am Hauptbahnhof. Diese Fotos zeigen die ersten Eindrücke der Stadt, wenn ein Reisender aus dem Zug steigt und die Stadt betritt. Wenn man aus der Unterführung hinaus geht, trifft der Besucher direkt auf einen Umschlagplatz für illegale Substanzen. Der Rest der Fußgängerzone besticht durch den Charme von Fressbuden, Handyläden, 1 Euroshops, und einem für meinen Geschmack viel zu großen Einkaufscenter. Auch wenn der Umbau des Döppersberg geplant  ist, denke ich nicht an eine Verbesserung. Im Gegenteil, statt der dunklen Schmutzecken werden die Wuppertaler dann mit so einem neumodischen Spaceding leben müssen. Mein Geschmack ist es nicht.

Zur Fairness muss ich sagen, dass es besser wird, je weiter man sich von der Talachse entfernt und auf die Höhenzüge der Stadt kommt.

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12 Antworten zu “Projekt 52: Deine Stadt”


    Bei Bild 3 lohnt es sich den “Taubenvergrämer” darauf anzusetzen.


    [...] tollen Park anlegen können. Aber nein, es muss schnell wieder alles zugestellt werden. Lesen: Stefan Gamba zu [...]


    Oh ha :o

    Das find ich aber schade, wenn du das stellvertretend für deine Stadt empfindest. Ist es wirklich so schlimm? :(


    Wir haben es in Wuppertal schön, wir haben es in Wuppertal schön… Versuche seit fast drei Jahrzehnten mir das nun einzureden… Aber irgendwie klappt es immer noch nicht so ganz. Vielleicht sollte ich mich mal mit der Realität abfinden. ;)

    Aber die futuristischen Simulationen von Bauvorhaben werden meist nicht so schrecklich, wie sie vorher ausgesehen haben. An den neuen Saturn werden wir uns auch noch gewöhnen. Das macht mir Hoffnung für den Döpps. Obwohl ja noch nichtmal feststeht, dass der Wüfel in der Mitte hinkommt – ist ja nur ein Platzhalter…


    Erst einmal Daumen hoch für die Veröffentlichung der nackten Wahrheit!

    Was Reisende zunächst sehen, wenn sie in Wuppertals Hauptbahnhof ankommen, ist nunmal leider ein verwahrloster Bahnhof mit einer Angst machenden Passage unter einer chaotischen Hauptverkehrsader hindurch. Oben drüber besteht Gefahr für Leib und Leben durch blinde Autofahrer (btw: Warum haben die Autos mit Kennzeichen W- eigentlich keine drei schwarzen Punkte auf gelben Grund im Nummernschild?) und unten hat man Angst, der Siff springt einen an.

    Als Nachbarstädter, der in W arbeitet und ab und an shoppen und essen geht, finde ich es wunderbar, wenn man “nach oben” aus dem Einzugsbereich der B7 hinauskommt. Dort stehen alte Häuser, alte Eckkneipen und da wird gelebt. Deutlich ruhiger und deutlich mehr Wuppertal.

    Nach wie vor scheint es mir, der Wuppertaler Rat möchte das New York von NRW werden. Mit Mieten von 3.000 € pro m² und einer Skyline, die man vom bösen Remscheid aus sieht.

    Wobei: Schwelm ist nicht besser, wenn das tröstet. Zwar nur ein Achtel so groß, dafür aber doppelt so tot :)


    @all
    Danke für die Kommentare. Ich hatte schon die Sorge als Nestbeschmutzer und Nörgelhannes abgestempelt zu werden. ;-)

    @Frank
    Danke für den Link in Deinem Beitrag

    @Flocke
    Na hören se mal, in Berlin kennen se doch auch so Ecken. Habe ich selbst schon gesehen. ;-)

    @Karsten
    Schwere Frage. Was ist nun schlimm? Fährst Du von Wtal -Vohwinkel bis Wtal-Oberbarmen durch die Talsohle, brauchst Du am Zielort ein Mittel gegen Depressionen. Fährst Du diese Strecke über die Höhenzüge könntest Du den Eindruck bekommen, dass hier alles sehr idyllisch ist.

    @Marcus
    Was mich an den Planungen der neuen Gebäude bzw. den Sanierungen stört, ist der übertriebene Einsatz von Glas und Chrom. Man sollte mehr auf Individualität setzen. Es ist ja heute schon so, dass sich die Innenstädte wie ein Ei dem anderen gleichen. Darum sollten die Stadtplaner lieber etwas unverwechselbares bauen, was zum Bergischen Land und seiner Geschichte passt.

    @CeKaDo
    Danke für die Zustimmung. Remscheid…mmhhh…habe ich schon mal gehört. Ist das nicht das Dorf, hinter den Bergen bei den sieben… die Stadt mit der hohen Millonärsdichte, und der großen Nervenklinik? (Ein böser Schelm wer Zusammenhänge sieht :-) ).
    Da ich beruflich und privat sehr viel Zeit in Schelm verbracht habe, muss ich doch sagen, dass es ein nettes, gemütliches Städtchen ist. Vielleicht nicht gerade der Ort wo man im Alter von 16-30 Jahren leben möchte, wenn man auf Abenteuer aus ist. Zum Haus bauen, Baum pflanzen und Kinder zeugen allerdings durchaus eine gute Wahl.


    Dem stimme ich vollkommen zu. Ein bisschen mehr Schiefer würde der Wuppertaler Innenstadt guttun. Glas vor ein historisches Gebäude zu setzen ist auch möglich. Wird auch in anderen (großen) Städten praktiziert. Aber wichtiger ist, was an die Stelle des Platzhalters kommt. Der gibt dem Platz ja dann wieder eine Note.


    Wie schlimm ist Wuppertal wirklich?…

    Die Wuppertaler und ihre Stadt – eine Hassliebe, vielleicht doch ein bisschen Liebe oder nur blanker Hass? Was trifft am meisten zu? “Wuppertal-Vohwinkel ist toll“, hatte Lars vom MoehBlog mal ironisch getitelt und ein entsprechendes Video …


    [...] ich muss mal ‘ne Lanze brechen. *knacks* Stefan schreibt in seinem Artikel “Projekt 52: Deine Stadt” über das Tal der Wupper. Und das Wupperblog greift es auf und da kann ich [...]


    Auf vielen Seiten ist ja immer ein sehr schönes Fleckchen Erde zu sehen. Also bei denen, die bei diesem Projekt mitmachen. Sie versuchen oft die schönste Seite der Stadt darzustellen in der sie wohnen. Das kann man bei deinen Fotos nicht sagen. Aber genau das finde ich wirklich gut. Es gibt nicht immer nur Sonnenuntergänge und traumhafte Häuser. Es gibt auch solche Ecken. Finde die Fotos gut und die Idee, die dahintersteckt finde ich gleich noch viel besser. Hut ab.


    @Mathias
    Vielen Dank für den netten Kommentar. Ehrlich gesagt bin ich selbst ein wenig verwundert, dass bei über 200 Teilnehmern am Projekt52 die Städte nur in Hochglanz dargestellt wurden. Ich hätte mit sehr viel mehr kritischen Beiträgen gerechnet.

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