Projekt 52: Wochenende
Das Thema der Woche lässt wieder eine Menge Spielraum. Selbstverständlich gibt es von mir zum Thema “Wochenende” keine Strand oder Relaxfotos. Nein, ich möchte mit meiner Interpretation eher eine kleine Zeitreise machen.
Viele jüngere Leute werden es kaum glauben, aber es gab mal eine Zeit, da war ein Wochenende tatsächlich ein Wochenende. Geschäfte hatten ab Samstagmittag bis Montagmorgen geschlossen. Die Familie plante gemeinsame Unternehmungen. Es gab genug Zeit wichtige Dinge zu besprechen, den Kopf abzuschalten und Traditionen zu pflegen. Eine Zeit in der noch Briefe per Hand geschrieben wurden, kein normaler Mensch ein Handy benötigte, und ein Spielabend nicht im Singleplayermodus vor einer Konsole statt fand.
Das Wochenende sind nicht nur 2 normale Tage der Woche, sondern auch ein Messinstrument für die gegenwärtige Situation und den Umgang untereinander in unserer Gesellschaft. Einer Gesellschaft, der nichts mehr heilig ist, die zwanghaft mit jedem Tabu bricht, wo Ellenbogen statt liebevolles Miteinander vorherrschen. Menschen mit dieser Lebensgrundlage brauchen auch kein Wochenende mehr. Im Gegenteil, zwei Tage Ruhe könnte vielen Menschen nur Probleme bereiten. Sie würden vielleicht ins Grübeln kommen, und ihrer Einsamkeit/Unwichtigkeit bewusst werden. Diese Lücke zu füllen würde einige überfordern. Dies setzt nämlich einen klaren Geist, sowie den Willen für positive Veränderungen voraus.
Somit stellt sich bei dem Foto die Frage (wenn Wochenende gleichgestellt mit Ruhe und positiven sozialen Umgang ist), ob wir ausgeschlossen oder eingeschlossen sind.
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11. August 2009 um 18:25
Ganz tolle Umsetzung des Themas und ein super Foto dazu. Ich kann mich noch sehr gut an diese Zeit erinnern und es war eine schöne Zeit, nicht so laut, nicht so hektisch und nicht so anonym.
12. August 2009 um 01:30
Hut ab, klasse Text.
14. August 2009 um 20:59
@Soni
Einkaufen fand ich früher hektischer, seitdem die Geschäfte länger auf haben, gehe ich überhaupt erst wieder gerne einkaufen.
Was mich wirklich nervt sind die Autoströme die samstags ganztägig hier in die Innenstadt einfallen.
16. August 2009 um 17:15
Meinst Du diese Zeit damals, in einem scheinbar anderen Leben, in dem wir noch Sonntagskleidchen, Sonntagshemdem und-hosen Sonntagsschuhe trugen, in denen wir uns nicht dreckig machen durften? Damals, als es zumeist Sonntags nur Fleisch gab?
Wo Papa und Mama noch Zeit für uns hatten? Ja, das war schön…
Die verlängerten Ladenöffnungszeiten sind nach meinem Dafürhalten für das arbeitende Personal absolut familienfeindlich…
19. August 2009 um 13:13
ich kann mich auch noch erinnern an die zeit als ab samstagnachmittag zu war. als es noch mittagspausen gab. irgendwie war damals halt alles ruhiger.