Sozialer Kahlschlag in Wuppertal

So langsam dürfte wohl jedem Wuppertaler bewusst werden, dass der harte Sparbesen durch die Straßen fegt. Wie nicht anders zu erwarten sind es soziale und kulturelle Einrichtungen, die zur Schlachtbank geführt werden.

Der Dezernent für Soziales, Jugend und Integration, Dr. Stefan Kühn will z.B. den Zuschuss für das Kommunikationszentrum “die börse” komplett streichen. Somit zieht man einer Einrichtung, die sich 35 Jahre erfolgreich für die Soziokultur mit dem Schwerpunkt Jugendkulturarbeit verdient gemacht hat, den Boden unter den Füßen weg. Somit fehlen dem Kommunikationszentrum knapp 192.000 Euro, was bedeutet, dass der Betrieb unter diesen Umständen in Zukunft nicht weiter aufrecht erhalten werden kann.

Zur Debatte steht auch eine 30% Kürzung für das Medienprojekt Wuppertal e.V. Ein harter Schlag für die pädagogischen Jugendvideoarbeit, die weit über die Grenzen NRWs geschätzt wird und mit zahlreichen, bedeutenden Preisen ausgezeichnet wurde. Das Medienprojekt unterstützt mit seinen Filmen, die von Jugendlichen für Jugendliche gemacht werden, die Auseinandersetzung mit Themen wie Demokratie, Toleranz, Diskriminierung, Toleranz, Gewalt, Sucht uvm.

Dies sind nur zwei Beispiele aus einer langen Liste der Streichungen des Haushaltssicherungskonzept (HSK). Betroffen sind auch Wohlfahrtsverbände, die Sportjugend, Tacheles e. V., ein Verein der Menschen berät, die in sozialer und wirtschaftlicher Not sind, Frei- und Hallenbäder, Theater, Stadtteilbibliotheken uvm.

Da klingt es wie eine schallende Ohrfeige, wenn wir in Talkshows von Politikern den Satz hören, dass unsere Jugend unser Kapital für die Zukunft ist, und wir bei der Jugend nicht sparen dürfen. Nicht zu vergessen, dass bei der heutigen Wirtschaftslage ganz besonders die Wohlfahrtsverbände und soziale Einrichtungen immer wichtiger werden. Doch auch dort wird den Schwachen der Gesellschaft noch die letzte Anlaufstelle kaputt gestrichen. Die Folgen, die aus solch einer Sparpolitik entstehen, sind für jeden sozial denkenden Mensch absehbar. Wir brauchen uns in Zukunft nicht darüber wundern, dass immer mehr Menschen verrohen, keine Lebensperspektive mehr sehen, psychisch Erkranken und vereinsamen.

NRW weigert sich standhaft einen Rettungsschirm für die Kommunen aufzuspannen. Auf der einen Seite werden aus wahltaktischen Gründen marode, durch Management-Fehler an die Wand gefahrene Konzerne und Banken mit Milliarden voll gestopft, doch der Bürger, der an der Misere keine Schuld trifft, wird weiter drangsaliert.

All dies sollten wir nicht vergessen, wenn wir im Mai an die Wahlurnen treten und einen neuen Landtag für NRW wählen. Dort können wir uns entscheiden, ob wir ein gerechtes und soziales NRW wollen, oder lieber wieder den alten, für 20.000 Euro mietbaren Ministerpräsidenten ans Ruder lassen, der diesen sozialen Kahlschlag unterstützt und auch schnell mal für die Energielobby die Gesetze ändert, damit sie weiter Kohlekraftwerke in die Landschaft stellt.

Wie Fritz Eckenga immer sagt: “Da kannste in der nächsten Halbzeitpause mal ´ne Viertelstunde nachdenken. Viertelstunde nachdenken? Das schaffst Du schon.”

Ähnliche Beiträge im Kalkofen-Blog:

  1. Wandern in Wuppertal
  2. 24h W-tal: AWG Wuppertal
  3. Weihnachtsmarkt Schloss Lüntenbeck 2009
  4. 24h W-tal: Historisches Zentrum Wuppertal
  5. Historisches Wuppertal

Hinterlasse eine Antwort

:D :-) :( :o 8O :? 8) :lol: :x :P :oops: :cry: :evil: :twisted: :roll: :wink: :!: :?: :idea: :arrow: :| :mrgreen:
RSS Feed abonnieren



Themen

Canon-Blogger-Linkring :: powered by KLUGERD

blogoscoop

Bloggeramt.de

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de