Winterwanderung
Beim Blick aus dem Fenster gab es für mich heute Morgen kein Halten mehr. Um 8:00 Uhr habe ich schnell gefrühstückt, danach den Rucksack gepackt, und ab ging es in die wunderschöne Winterlandschaft.
In den ersten 2 Stunden war ich ganz allein. Keine Spaziergänger oder Gassiführer. Nur die unberührte Natur und ich. Es war traumhaft. Zwischendurch entdeckte ich immer wieder Wildspuren. Leider konnte ich keine Rehe ausmachen. Dafür bekam ich ein anderes Erlebnis geschenkt. Auf einem schmalen Feldweg, hielt ich einen Augenblick an, um die Weite der Landschaft zu genießen. Die klare Luft pumpte reinen Sauerstoff in meine Lungen. Einfach herrlich. Genau in dem Moment konnte ich es hören. Nämlich nichts. Absolut nichts. Kein Mensch, kein Auto, kein Vogel, überhaupt nichts. Wer schon mal solch einen Augenblick der totalen Ruhe in einer schneebedeckten Landschaft erlebt hat, kann bestimmt das unheimliche Glücksgefühl nachvollziehen, was mir regelrecht durch die Sinne geschossen ist.
Nachdem ich mich wieder auf den Weg gemacht habe, kam ich nach einiger Zeit an eine kleine Hofschaft. Dort überkam mich das zweite Mal ein wohliges Glücksgefühl. In der Luft lag der Duft von verbranntem Holz aus einem Kamin. Ein leichter Wind trug das sonntägliche Glockengeläut der Kirche über die Felder, und am Himmel ertönte der Ruf eines Greifvogels. Ich glaube es war ein Bussard. Leider konnte ich es nicht genau erkennen. Zwei Schritte weiter war ich einer Gruppe Kohlmeisen zu Nahe gekommen. Heftig schimpfend flogen ca. 10 Stück an mir vorbei, um sich einen neuen Unterschlupf zu suchen.
Zum Schluss meiner Wanderung traf ich noch auf einen älteren Herrn. Wie es ab und zu passiert, gerät man ins Plaudern. Er wunderte sich, dass so wenig Leute bei dem herrlichen Wetter unterwegs waren. Dabei seien es doch angenehme Temperaturen. In Sibirien, ja da wäre es kalt gewesen, -54 Grad. Dagegen sei der heutige Tag eher ein Frühlingslüftchen. Danach musterte er kritisch meine Winterausstattung, und befand sie für außerordentlich gut. Zum Schluss tauschten wir uns noch darüber aus, wo es vielleicht Wild zu sehen gibt.
Solche Begegnungen finde ich immer sehr spannend. Dabei treffe ich immer urige Leute, die oft tolle Dinge zu erzählen haben. Besonders beeindruckt bin ich über das schnelle Tempo, was die Altherrenriege vorlegt. Ich kenne viele Leute in meinem Alter, die würden von den grauen Eminenzen der Wanderwege in Grund und Boden gelaufen. Wenn ich in dem Alter noch so fit bin, dann habe ich alles richtig gemacht.
Noch lächelnd über das nette Gespräch, kam ich wieder in der “Zivilisation” an. Dies ist nach einer solchen Wanderung immer das schlimmst Gefühl. Vermummte, nörgelnde Menschen, Autos, und Schneematsch. Am liebsten würde ich sofort kehrt machen und wieder in die umliegende Natur flüchten. Aber es hilft ja nichts. Schließlich wollte ich Euch die Fotos vom heutigen Ausflug zeigen. Dafür muss ich an den PC. Der steht nun mal in der Stadt und nicht auf dem Feld. (Ich sollte über einen Laptop nachdenken).
Viel Spaß beim Anschauen, und dann nichts wie raus in die Natur.
Ähnliche Beiträge im Kalkofen-Blog:



03. Januar 2010 um 14:11
Mit einer Tasse Tee in der Hand betrachten sich die Bilder wunderbar gemütlich, danke dafür
Besuch bei den Großeltern und ein anstehender Spaziergang, mal sehen ob die Kamera bei den Temperaturen mitspielen will
03. Januar 2010 um 14:18
Jetzt bringst Du mich auf eine Idee. Ich mach mir einen Kaffee.
Ich wünsche Dir viel Spaß und einen entspannten Tag.
Normalerweise schafft die Kamera das. Einfach ausprobieren, und Fotos zeigen
03. Januar 2010 um 19:00
Klasse Bilder. Ich hab so lange gewartet auf den Schnee und heute wo es so schön war habe ich mich aus Faulheit geweigert rauszugehen
Aber morgen ist noch ein Tag und ich hab immernoch URLAUB
03. Januar 2010 um 22:55
Oh wie schoen. Ich bin heute auch spazieren gegangen. Einfach nur
schoen. Lieben Gruß mone.
09. Januar 2010 um 20:14
[...] Frank Haun Am Kalkofen [...]