Wunderbau
Ein ganz besonderes Wuppertaler Gebäude verdanken wir der Idee des Weinhändlers Peter vom Heydt. Im Jahre 1752 stellte er bei der Stadt Elberfeld den Antrag zum Bau eines Wohn- und Geschäftshauses mit integrierter Weinkellerei.
Dieses Haus wollte er am Südhang der Hardt in der damaligen Vikariestraße errichten. Drei Jahre sollte es dauern bis das Ergebnis 1755 zu bestaunen war.
Mit der Wahl des Baugeländes hatte Peter vom Heydt ein ganz besonderes Ziel verfolgt. Der felsige Südhang bot genug Steine, die er zum Bau benötigte. Durch zahlreiche Sprengungen fraß sich der Bau langsam in den Felshang der Hardt. Ebenso wurde ein Felsenkeller angelegt, was sich als optimale Lösung für die Weinlagerung entpuppte. Ein weiteres Ziel war durch eine solide Steinbauweise möglichen Bränden vorzubeugen.
Durch einen Brunnenschacht im Keller gewann die Familie frisches Felsquellwasser und beugte so der Seuchengefahr vor, die vom normalen Grundwasser ausgehen konnte. Zu dieser Zeit war es nämlich an der Tagesordnung, Abwässer auf die Straße oder in die Wupper abzuleiten, wodurch Keime in das Grundwasser sickern konnten. Weiterhin wurden prachtvolle Gärten in der Form von Weinterrassen dem Bau angeschlossen. Die große Toreinfahrt die zum Stall führte rundete das Gesamtbild ab. Für die Mitbürger war dieser Bau bestimmt so verwunderlich, dass der Name Wunderbau entstand.
Der spätere Konkurs der Weinhandelsgesellschaft hatte zur Folge, dass der Wunderbau öffentlich versteigert wurde. Es folgten mehrere Besitzer, bis sich die Familie Aders dem Gebäude annahm. Sie ließ den Bau im Jahre 1870 umfangreich renovieren. Das ehemalige Weinlager wurde nun in ein Lager für Seide, sowie Wollgarn umfunktioniert. Wie lange Familie Aders in Besitz des Gebäudes war, ist für mich leider nicht feststellbar gewesen.
Warum die Wuppertaler dieses wunderschöne Gebäude heute nicht mehr in seiner alten Pracht bestaunen können, liegt an der Bombennacht des 2. Weltkriegs. Am 24/25. Juni 1943 zerstörten die Bomben die oberen Geschosse des Hauses. Nur die Kellergewölbe und Grundmauern widerstanden dank ihrer dicke von 190cm dem Angriff.
Lange überlegte man, ob der Bau ganz abgerissen werden sollte. Bis sich im Jahre 1968 die Familie Beltzig dem Wunderbau widmete. Leider wurde das Gebäude nicht mehr im Originalzustand aufgebaut.
1968 verkaufte Familie Beltzig das Gebäude an die Pfingstgemeinde e. V., die im Haus eine Telefonseelsorge betreibt. Die Kellergewölbe dienen der Gemeinde als Gottesdienstraum.
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23. Dezember 2009 um 07:26
Interessant, ja alte Gebäude die strahlen immer so einen schönen Charme aus.
Ich wünsche dir und deiner Familie ein schönes, besinnliches Weihnachtsfest. Laß es dir gut gehen. Genieße die Festtage.
Ganz liebe Weihnachtsgrüße
Mone
23. Dezember 2009 um 13:35
wunderschöne Bericht .
Ich überlege mich gerade wo es überhaupt ist .
Und komme ich nur auf die Hofkammp gegenüber von Gericht …dort steht ein Haus wo es ganz ähnliche Einfahrt besitzt mit dem Kalkstein Mauer … das Wohnhaus Hinter dem Tor ( auf dem Foto ) steht aber nicht mehr .
Wo ist es Wirklich …
Deine Berichte über Wuppertaler ecken sind Fantastisch ,habe schon öffter dir das gesagt … aber immer wieder bin ich voll begeistert davon und hoffe immer wieder das es weiter so geht und das Dir das Material für solsche nicht ausgehen soll .
Das wünsche ich Dir zu Weihnachten sowie Fröhliche und gesunde Weihnachtsfest und Guten Rutsch ins Neues Jahr .
Für Dich und deine Familie
23. Dezember 2009 um 14:51
@Mone,
da hast Du recht. Alte Gebäude haben einen besonderen Charme. Leider gibt es immer weniger davon.
@czoczo,
schräg gegenüber vom Gericht bist Du richtig (Von Schwebebahnstation Landgericht in Richtung Hofkamp/rechte Straßenseite). Dort siehst Du die alte Steinmauer und die Toreinfahrt.
Ich freue mich sehr, dass Dir die Berichte gefallen. Mit so viel Lob kann ich gar nicht umgehen.
Ich wünsche Euch und Euren Familien ein schönes, entspanntes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch, und immer “gut Licht” im neuen Jahr.